
Feuerwerk fotografieren: So entstehen beeindruckende Bilder
Dieser Artikel wurde zuletzt am 31. Dezember 2025 aktualisiert.
Bald ist es wieder so weit, ein neues Jahr beginnt und traditionell gibt es fast überall Feuerwerke. Auch wenn seit geraumer Zeit (zu Recht) darüber debattiert wird, ob Feuerwerke im Bezug auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit sinnvoll sind, sind sie auf rein optischer Ebene ein beeindruckendes Ereignis, das sich auch gut als Foto-Motiv eignet. Es gibt dabei nur einen kleinen Haken: Feuerwerke zu fotografieren ist nicht so einfach und intuitiv wie das Fotografieren anderer Motive, deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag einige Tipps geben, damit auch du einfach Fotos aufnehmen kannst, die einen Wow! – Effekt hervorrufen.
Inhaltsverzeichnis
Warum sollte man ein Feuerwerk fotografieren?
Feuerwerke sind eine universell nutzbare „Message“, die viele Menschen mit positiven Dingen verbinden. Sei es der Start in ein neues, gutes Jahr oder die Erreichung von betrieblichen Zielen. Bilder von Feuerwerken sind eine gute Möglichkeit, Freude über ein Ereignis zum Ausdruck zu bringen – auf eine Art und Weise, die die meisten Menschen sofort verstehen.
Die ersten Schritte und eine sinnvolle Ausrüstung
Um schöne Feuerwerks-Bilder zu machen, ist ein Stativ praktisch unabdingbar. Da wir mit relativ langen Belichtungszeiten arbeiten (dazu gleich mehr), verwackeln die Bilder sonst schnell. Wenn du deine Kamera auf einem Stativ befestigst, solltest du bei Langzeitbelichtungen übrigens den Bildstabilisator deaktivieren (sofern vorhanden), da die Bilder sonst durch den Bildstabilisator verwackelt werden.
ℹ️ Wenn deine Kamera es unterstützt, bietet sich die Nutzung eines Fernauslösers an. Dadurch wackelt die Kamera auf dem Stativ nicht, wenn der Auslöser gedrückt wird.
Deine Kamera sollte den manuellen Modus haben, mit dem du alle Einstellungen selbst einstellen kannst. Die Automatik-Modi kommen bei Feuerwerken sehr schnell an ihre Grenzen bzw. sind für Feuerwerk nur bedingt überhaupt zu gebrauchen. Das gilt auch für den Autofokus, der in diesem Fall deaktiviert werden sollte. Ich empfehle hier die Nutzung einer Spiegelreflex- bzw. Systemkamera, viele Smartphones bieten zwar mittlerweile einen manuellen Kamera-Modus, jedoch sind Smartphonekameras bei Dunkelheit meist nicht die beste Wahl.
Wenn die Ausstattung bereit ist, brauchst du noch einen guten Ort, von dem aus du fotografieren kannst. Hier bietet sich die Straße zwischen zwei Hochhäusern weniger an als die Anhöhe neben der Stadt oder eine Dachterrasse. Ich persönlich habe auch gute Erfahrungen mit einer Landstraße gemacht, die eine 360° Rundumsicht bot.
💡 Tipp: Nimm eine Taschenlampe mit, es gibt nichts Schlimmeres als in der Dunkelheit schnell etwas in der Fototasche finden zu müssen und kein Licht zu haben.

Die richtigen Einstellungen zum Feuerwerk fotografieren
Um die gewünschten Ziele beim Fotografieren zu erreichen, sind die richtigen Einstellungen der Kamera (Belichtungszeit, Blende, ISO) notwendig. Diese drei Werte sind neben der Brennweite die wichtigsten Werkzeuge, um ein Bild zu gestalten.
ISO – Die Lichtempfindlichkeit des Sensors
Der ISO-Wert ist eine Zahl, die aussagt, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert. Meistens beginnen die Auswahlmöglichkeiten der Kamera zwischen 50 und 100, am oberen Ende hängt der Wert stark von Hersteller und Kameramodell ab. Grundlegend bedeutet eine hoher ISO-Wert eine hohe Lichtempfindlichkeit und umgekehrt. Man muss aber beachten, dass hohe ISO-Werte zu einem unschönen Rauschen im Bild führen, welches außerdem die Schärfe negativ beeinflusst.
Die Blende – Die „Pupille“ der Kamera
Die Blende ist ein Bauteil im Objektiv der Kamera. Sie ist vergleichbar mit der Pupille des menschlichen Auges – eine Öffnung, die in ihrer Größe variabel eingestellt werden kann. Die Angabe der Blende erfolgt mittels f-Stops (bspw. f/1.8, f/7, f/22), die die Größe der Öffnung beschreiben. Hierbei gibt es einen verwirrenden Aspekt, den man wissen sollte: Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung. Eine Blende von f/1,2 ist also sehr weit geöffnet, eine Blende f/22 ist fast komplett geschlossen.
ℹ️ Weitere Informationen zu Blende, Brennweite und Objektiven allgemein findest du hier.
Die Belichtungszeit – Die Dauer des festgehaltenen Moments
Die Belichtungszeit gibt an, wie lange Licht auf den Sensor der Kamera kommt. Sie wird in Sekunden angegeben und kann bei den meisten Kameras auf Zeiten zwischen 1/8000s und 30s eingestellt werden. Für das Fotografieren von Feuerwerken bietet sich der BULB-Modus an. Hier wird keine feste Belichtungszeit eingestellt, sondern die Kamera belichtet so lange wie der Auslöser gedrückt gehalten wird. Man hat also die Möglichkeit, einzelne Explosionen einfach von anderen zu separieren. Der BULB-Modus ist entweder ein separater Modus an der Kamera, oder ist die längste Belichtungszeit im manuellen Modus.
Zusammengefasst:
ISO / Belichtungszeit verkleinern, Blendenzahl vergrößern: Bild wird dunkler.
ISO / Belichtungszeit vergrößern, Blendenzahl verkleinern: Bild wird heller.

Empfehlungen zum Feuerwerk fotografieren
| Kameramodus | Manuell (M), Blitz nicht aktivieren |
| ISO | So gering wie möglich, um Bildrauschen zu vermeiden, aber gleichzeitig hoch genug, damit man auf den Bildern etwas erkennt |
| Blende | f/7 – f/13 |
| Belichtungszeit | BULB, alternativ haben sich aus meiner Erfahrung Zeiten zwischen 1 – 5 Sekunden bewährt |
| Brennweite | Abhängig vom gewünschten Motiv (nur Explosion, mit Spur vom Startpunkt, Panorama über einen Teil der Umgebung etc.) |
💡 Tipp: Wähle eine etwas kleinere Brennweite und lasse Platz um die einzelnen Explosionen. Du kannst die Bilder problemlos nachträglich zuschneiden, aber ein abgeschnittenes Feuerwerk nachträglich zu erweitern, ist schwierig.
Unabhängig von meinen Empfehlungen für konkrete Werte besteht das Fotografieren von Feuerwerk zu einem großen Teil auch aus „Trial & Error“ – und auch ein wenig Glück. Jede Explosion ist anders als die vorherige, manche sind heller, andere dunkler. Das lässt sich nicht vorhersagen, weshalb es sinnvoll ist, zunächst einige Testbilder zu machen, um die in dieser Situation richtigen Einstellungen zu finden.
Der letzte Schliff und Nachbearbeitung der Fotos
In der Nachbearbeitung hast du die Möglichkeit, den Feuerwerksbildern nochmal den letzten Schliff zu geben, um für den absoluten Wow-Effekt zu sorgen. Meist braucht es dabei nicht viel, kleine Anpassungen bei Kontrast und Helligkeit reichen oft aus. Der wichtigste Punkt dürfte hier die bereits angesprochene Anpassung des Bildausschnitts sein, damit das gewünschte Motiv im Bild richtig zur Geltung kommt.
Wenn man möchte, kann man in der Bearbeitung natürlich auch mehr machen und zum Beispiel eine Collage aus sämtlichen fotografierten Explosionen erstellen, wie im folgenden Beispiel. Das sieht natürlich gut aus, wirkt aber gleichzeitig ein wenig unrealistisch.

Inspirationen zum Fotografieren eines Feuerwerks
Feuerwerke sieht man nicht jeden Tag. Deshalb bieten sich hier Möglichkeiten für einmalige Fotos. Wie wäre es beispielsweise mit Portraits von Kindern, in deren staunenden Augen sich das Feuerwerk spiegelt. Oder einmalige Aufnahmen vom Firmenstandort, die sich später sinnvoll in der Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern verwenden lassen – oder einen großartigen Eindruck als gedrucktes Bild im Eingangsbereich abgeben.
Egal ob mit oder ohne Kamera in der Hand, genießt die Zeit mit Familie und Freunden und habt einen guten Start in das neue Jahr!
Tag:Fotografie, Technik, Tipps



