
ROI für Videoprojekte berechnen: Was du wirklich messen kannst
Dieser Artikel wurde zuletzt am 16. März 2026 aktualisiert.
Wir geben 10.000 € für einen Imagefilm aus, aber was bringt das am Ende? Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Wenn ja, konntest du sie beantworten? Vermutlich nicht, da es nicht ganz so einfach ist, einen Film wie ein Produkt zu bewerten und einfach eine Kostenrechnung aufzustellen, bei der am Ende der Gewinn als Prozentsatz steht. Es gibt dennoch Wege, sich dem ROI für Videoprojekte zu nähern.
Inhaltsverzeichnis
Du brauchst klare Ziele, um den ROI von Videos zu messen
Um den Erfolg für ein Video zu verfolgen, brauchst du zuerst einmal ein Ziel. Das mag banal klingen, aber genau hier scheitern die meisten. Denn das Ziel „Mehr Kunden“ oder „5.000 Aufrufe“ sind dafür ungeeignet. Warum? Nun, das erste Beispiel ist schlicht nicht messbar: Was bedeutet „mehr Kunden“? Drei, fünf oder zehn? In welchem Zeitraum? Das zweite: Aufrufzahlen bringen dir erstmal nichts. Es ist im Grunde nur eine Zahl unter deinem Video. Es geht aber darum, die Zuschauer abzuholen, zu Kunden oder Fans zu machen oder auch einfach nur zu informieren. Du kannst zwar Klickzahlen als Ziel definieren, aber du solltest es dann in ein größeres verpacken.
Was du also brauchst
- Eine Definition deiner Ziele vor der Produktion: Nicht „Wir produzieren ein Video für die Unterstützung des Vertriebs“, sondern was das Video erreichen soll. Also besser: „50 Leads oder durchschnittlich 15 Minuten Zeiteinsparung pro Verkaufsgespräch.“
- „Falsche“ Kennzahlen: Gerade auf Social Media neigt man dazu, die Analysedaten der Plattformen als Ziele zu definieren. Die sind zwar wunderbar messbar, aber meist nicht sinnvoll. Wähle besser die Conversion, also wie viele Kunden angerufen, auf den Link geklickt oder weiterempfohlen haben.
- Tracke deine Daten: Wenn du nicht nachvollziehen kannst, woher deine Kennzahlen stammen, dann bringt dir das nichts. Hast du in der vergangenen Woche drei Kunden mehr bekommen, weißt du nicht, ob das einfach Glück war oder dein Video Wirkung gezeigt hat. Nutze nachverfolgbare Links und ordne die Leads zu.
Was ist der ROI bei Videoprojekten überhaupt?
Im klassischen Betrieb definiert sich daraus, wie viel vom eingesetzten Kapital du wieder zurückbekommst. Der Wert sollte also idealerweise größer als deine Kosten sein, also beispielsweise 2 Euro je einen Euro Einsatz. Ich vereinfache das an dieser Stelle einmal und setze die Kosten eines Videos ins Verhältnis zum generierten Umsatz, der diesem Video zuzuordnen ist.
ROI = (Umsatz durch das Video – Kosten des Videos) / Kosten des Videos x 100
Wie berechne ich den Umsatz eines Videos?
An dieser Stelle wird es nun knifflig: Wie berechne ich den Umsatz des Videos? Nun, dazu kannst du z. B. den Wert eines Leads als Erfahrungswert (oder über z. B. den durchschnittlichen Warenkorb je Kunde) definieren, z. B. 50 €, oder du trackst bis zum Kaufabschluss und hast eine konkrete Zahl. Wenn du nun noch nachvollziehen kannst, woher deine Leads kommen, kannst du das ganz einfach ausrechnen.
Nehmen wir an, du hast mit deinem Video 5.000 Aufrufe auf YouTube gemacht. Den Link in der Videobeschreibung kannst du nachvollziehen und du bekommst darüber 100 Aufrufe auf deine Webseite. Das sind 2 %. Vereinfacht gehen wir davon aus, dass es sich hierbei um interessierte Leads handelt. Wenn du nun für diese 100 Websitebesuche vereinfacht einen durchschnittlichen Leadwert von 50 € ansetzt, ergibt das einen rechnerischen Umsatzbeitrag von 5.000 €.
Wenn du auf deiner Webseite aber weiter nachverfolgen kannst, was die Besucher machen, und am Ende von 100 Besuchern drei etwas für je 2.000 € gekauft haben und also zu Kunden konvertieren, hast du 6.000 €.
ROI für ein Video berechnen: Beispiel
Damit können wir dann den ROI für das Video berechnen, z. B. mit dem Betrag für die Leads:
ROI = (5.000 € – 2.500 Produktionskosten) / 2.500 € x 100 = 100 %
Das bedeutet, mit jedem investierten Euro machst du rechnerisch zwei Euro Umsatz. Bei 6.000 € Umsatz durch Verkäufe wären es dann schon 2,40 €, dieses Mal aber mit belastbaren Zahlen ohne eine Schätzung.
ℹ️ Ich bin an dieser Stelle von einer vereinfachten Rechnung ausgegangen und habe den Umsatz herangezogen. In der Realität musst du davon natürlich noch die Kosten für das Produkt oder die Dienstleistung abziehen. Wenn du diese genauen Werte hast, dann kannst du mit dem Gewinn rechnen und so den echten, klassischen ROI ermitteln.
Welche Werte eignen sich für den ROI von Videoproduktionen?
| Wert | Messung über | Was es aussagt | Was oft gut ist |
|---|---|---|---|
| Conversion | Über Tracking-Links und Landingpages | Verkaufte Produkte oder Leistungen | 2–5 % sind gut |
| Videoaufrufe | v. a. Social Media, eigene Daten | Reichweite und Markenbekanntheit | Sehr spezifisch, aber im B2B-Bereich meist geringer als bei Unterhaltung |
| Wiedergabezeit | Social-Media-Analysedaten | Wie lange schauen die Zuschauer das Video? Interesse am Thema | Kommt auf die Videolänge an, gute Werte sind meist zwischen 30–50 % |
| Kommentare | Social Media, Blog / Webseite | Themenwahl, Kundenprobleme oder Wünsche, „echte Touchpoints“ | 1–2 % kommentieren in der Regel |
| Zeitersparnis | Interne Aufzeichnungen | Wie viel Zeit kann beim Verkaufsgespräch oder Kundenservice eingespart werden? | Sehr individuell |
| Recruiting | Bewerbungen und Gespräche | Sichtbarkeit und Vertrauen | Sehr individuell |
ℹ️ Die genannten Werte für gute Ergebnisse dienen als Orientierung und hängen auch stark vom Thema ab oder davon, ob du den B2B- oder B2C-Markt bedienst. Auch der Ausspielkanal spielt eine wesentliche Rolle. Definiere also am besten Werte, die zu deinem Unternehmen passen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:
- Direkt messbar: Sales, Produktdemo, Leadgenerierung, Recruiting-Kampagne
- Indirekt messbar: Imagefilm, Employer Branding, Markenaufbau
Was deinem ROI bei Videoprojekten schadet
Denke bei jedem Videoprojekt auch an die Vermarktung und Verbreitung. Plane dafür ein festes Budget ein und lade dein Video nicht „einfach nur“ auf YouTube. Das wird in der Regel nicht gut performen, wenn es nicht auf die Zielgruppe und Kanäle abgestimmt ist. Auch ein Test beim Thumbnail oder dem Videotitel kann helfen, die Klickrate zu erhöhen.
Wichtig: Du brauchst eine belastbare Datenmenge, um überhaupt einen sinnvollen ROI berechnen zu können. Zehn Aufrufe sagen nichts über den Erfolg deines Videos aus.
Achte außerdem auch auf einen passenden Zeitraum für deine Messung. Ein Video in den sozialen Medien kann zum einen sehr kurz online sein (z. B. bei Kurzvideos sind die ersten 48 h meist am relevantesten) oder über eine lange Dauer kontinuierlich Aufrufe erzielen. Berücksichtige das bei der Wahl des Zeitraums. Außerdem hilft es, einen ähnlichen Zeitraum für mehrere Videos zu wählen, um den Erfolg vergleichen zu können.
Außerdem: Mache dir klar, dass nicht alle deine Ziele harte und nachverfolgbare Daten liefern können. Der Imagefilm ist ein klassisches Beispiel dafür, er hat die primäre Aufgabe, deine Markenbekanntheit zu steigern und Leads auf deiner Webseite zu konvertieren. Du kannst hier also nur schwer einen genauen Wert festlegen.
Daher: Du brauchst vielleicht gar keinen Imagefilm, sondern z. B. ein Erklärvideo oder Inhalte für die sozialen Netzwerke. Ich habe dir dazu hier verschiedene Videotypen aufgeführt.
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