
Videoproduktion: Kosten senken ohne Qualitätsverlust
Du planst die Produktion eines Videos und hast dafür verschiedene Dienstleister angefragt. Da du bereits eine Vorstellung von deinem Video hast, hast du die Anforderungen auch präzise formuliert. Voller Vorfreude öffnest du nun die Mail mit dem ersten Angebot: Dein Projekt soll über 10.000 € kosten. Netto. Wofür, fragst du dich? Warum ist das so teuer?
Viele unterschätzen den Preis einer Videoproduktion. Genauer eigentlich den Aufwand, der hinter einer hochwertigen Produktion steckt. Ich zeige dir daher im Folgenden typische „Preistreiber“ und wie du mit einer Videoproduktion dein Budget einhalten kannst, ohne an der Qualität zu sparen.
Inhaltsverzeichnis
Welche Aufgabe hat dein Video?
Zuerst einmal solltest du dir Gedanken machen, warum du das Video eigentlich möchtest. Antworten wie „Ich möchte mehr Umsatz generieren“ oder „Weil man das eben auf einer modernen Webseite so hat.“ sind dabei keine guten Antworten.
Hinter jedem Video sollte nämlich ein Ziel liegen, etwas, das du damit erreichen möchtest. Das kann der Verkauf sein, aber auch die Entlastung des Vertriebs oder Service durch Erklärvideos, die Mitarbeitergewinnung oder Aufmerksamkeit auf Social Media. Videos haben verschiedene Aufgaben, aus denen sich die dafür geeigneten Formate ergeben. Manche davon sind naturgemäß aufwendiger, andere günstiger zu produzieren. Pauschal einen Imagefilm produzieren zu lassen, ist in der Regel daher keine gute Idee. Passende Formate und Videoideen habe ich dir hier zusammengefasst.
Ist der Preis wirklich zu hoch?
Du musst an dieser Stelle ehrlich sein und natürlich auch realistische Preise ansetzen. Mit einem Tagessatz, am besten noch mit Technik, von 300 € kann kein seriöser Filmemacher überleben. Du solltest also zumindest die Stundensätze eines klassischen Handwerkers ansetzen. Wir gehen mal davon aus, dass du das aber bereits getan hast, ansonsten ist ein Video als Auftragsarbeit zu vergeben für dich nicht der richtige Weg.
Du solltest nun den ROI deines Videos betrachten. Also den Mehrwert, den dein Video tatsächlich hat, ins Verhältnis zu den Kosten setzen. Das setzt voraus, dass du, wie genannt, ein klares Ziel verfolgst. Das ist zwar nicht immer so einfach zu definieren, aber dennoch kannst du z. B. Leads einen Wert zuordnen oder auch die Reaktionen auf Social Media messen.
Prüfe dann: Passen die Kosten zum erwartbaren Ergebnis? Wenn du z. B. einen Veranstaltungsfilm erstellen lässt, der dich 2.000 € kostet und an der Veranstaltung 200 Personen teilnehmen, dann sind das gerade einmal 10 € pro Person. Mit Verpflegung oder Anreise bist du hier schon deutlich drüber.
Was treibt die Kosten einer Videoproduktion?
Die Kosten für ein Video setzen sich in der Regel aus mehreren Positionen zusammen: der Vorproduktion (Konzepte, Drehbücher, Organisation und Planung), der Produktion (v. a. die Dreharbeiten), der Postproduktion (der Schnitt inkl. Audioproduktion und Farbkorrektur) und der Verwertung (z. B. das Ausspielen als Werbung oder im Kino). Zusätzlich fallen aber noch weitere Kosten an für die meist sehr teure Filmtechnik, Rechte und Lizenzen oder Reise- und Verpflegungskosten der Crew.
ℹ️ Bei vielen dieser Positionen kannst du sparen, bei einigen lohnt es sich nicht, den Rotstift anzusetzen. Wo lohnt es sich nun?

Eine gute Planung und Vorbereitung
Am einfachsten ist eine gute Planung deinerseits. Wenn du z. B. genau die Zielgruppe und das Ziel deines Videos definieren kannst, hilft das enorm bei der Konzeptentwicklung. Wenn du dann zusätzlich noch einen ersten Entwurf für ein Drehbuch hast, gibst du dem Produktionsunternehmen viel an die Hand und der Aufwand wird deutlich sinken.
ℹ️ Achte aber unbedingt darauf, deine Ideen nicht in Stein zu meißeln und den kreativen Prozess der Profis nicht von Anfang an zu bremsen. Sieh es als Vorarbeit und Input für die weitere Entwicklung.
Neben Zielgruppe, Botschaft und Drehbuch gibt es weitere Punkte, mit denen du den Aufwand deutlich reduzieren kannst:
- Unterscheide früh zwischen Must-haves und Nice-to-haves. Brauchst du die Drohnenaufnahme wirklich für die Aussage deines Videos oder sieht sie einfach nur gut aus? Muss es eine aufwendige Animation sein oder reicht eine einfache Texteinblendung? Je klarer du priorisierst, desto gezielter kann dein Budget eingesetzt werden.
- Denke zudem auch an eine Zweitverwertung. Wenn du ein Videoteam einmal im Haus hast, kannst du nämlich weitere Aufnahmen erstellen lassen, die du für z. B. eine andere Schnittfassung oder für eine andere Zielgruppe einsetzen kannst. Auch Behind-the-Scenes-Aufnahmen oder Fotos der Dreharbeiten kannst du gut für die Kommunikation nutzen.
- Lege intern eine verantwortliche Person fest, die Feedback sammelt, bündelt und Entscheidungen trifft. Je mehr Personen einzeln Rückmeldung geben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für widersprüchliche Korrekturen und zusätzliche Abstimmungsschleifen.
ℹ️ Ziel sollte sein, aus einem Drehtag möglichst viele einzeln nutzbare Inhalte zu gewinnen: Hauptvideo, Kurzclips, Fotos, Teaser oder Varianten für unterschiedliche Zielgruppen.
Aufwand der Dreharbeiten
Wenn du ein Konzept entwickelst, dann ergibt sich daraus der Produktionsaufwand. Achte also nicht nur auf eine perfekte Story oder epische Bilder, sondern setze das auch ins Verhältnis zu den Kosten. Stelle dir z. B. die folgenden Fragen:
- Benötige ich mehrere Drehorte, die weit auseinander liegen? Oder kann ich alles zentral an einem Ort aufnehmen? Schicke im Vorfeld am besten Bilder der geplanten Drehorte an das Produktionsteam.
- Plane deine internen Abläufe und sorge dafür, dass alle Personen für die Dreharbeiten verfügbar und vorbereitet sind. Schon ein verspäteter Start kann den ganzen Drehtag durcheinanderbringen.
- Benötige ich für ein Social-Media-Video eine High-End-Cinema-Kamera oder genügt nicht auch eine gute Systemkamera? Frage am besten nach, mit welcher Technik produziert werden soll.
- Sind Schauspieler sinnvoll oder kann das Konzept mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch funktionieren?
Nicht jede offensichtliche Möglichkeit ist am Ende aber tatsächlich sinnvoll. Viele Möglichkeiten versprechen zwar, die Kosten zu senken, wirken sich aber stark auf die Qualität deines Videos aus. Typische Beispiele sind KI-Inhalte oder einen Mitarbeiter für die Off-Stimme zu nutzen. Denke also immer auch an die Folgen.
ℹ️ Achte unbedingt darauf, dass spätestens mit den Dreharbeiten der Inhalt feststeht. Eine nachträgliche Änderung ist oft sehr teuer.
Aufwand beim Videoschnitt
Der Videoschnitt ist einer der größten Arbeitsschritte einer Videoproduktion und für dich als Auftraggeber auch einer der undurchsichtigsten. Hier kannst du im Normalfall nicht nachprüfen, wie die Ergebnisse entstehen und wie der Aufwand sich zusammensetzt. Die Arbeitsschritte einer Videoproduktion habe ich dir im folgenden Video einmal zusammengefasst.
Wie kannst du nun sparen?
- Gib dein Corporate Design weiter, damit Grafiken und Texte von Anfang an passen.
- Wenn du Untertitel, verschiedene Sprachversionen oder Formate für Social Media brauchst, plane sie direkt mit ein. Nachträgliche Anpassungen sind meist aufwendiger, weil Schnitt, Grafikflächen und Texteinblendungen erneut angepasst werden müssen.
- Vermeide aufwendige Animationen, vor allem in 3D. Diese sind oft das Teuerste, was du machen kannst. Setze stattdessen z. B. auf animierte Grafiken.
- Korrekturrunden kannst du durch eine gute Planung ebenfalls stark reduzieren. Kommuniziere klar, was du möchtest, und stelle dir immer die Frage: Ist es wirklich nötig, diesen einen Schnitt um eine Sekunde zu verschieben? Auch scheinbar kleine Aufgaben können schnell einiges an Aufwand erzeugen: Die Software muss gestartet werden, die Korrektur umgesetzt werden, der Film neu exportiert werden und dir am Ende per Download bereitgestellt werden.
ℹ️ Gib Änderungswünsche immer gesammelt weiter. Das reduziert den Grundaufwand und du kommst schneller zum Ergebnis.
Agentur oder Freelancer?
Es gibt verschiedene Dienstleister, die Videoproduktionen anbieten. Vom Ein-Mann-Betrieb bis zur weltweit tätigen Marketing-Agentur. Die Wahl beeinflusst maßgeblich, wie teuer dein Video wird. Wenn du einen groß angelegten Imagefilm mit einer epischen Story sowie eine darauf aufbauende Marketing-Offensive möchtest, führt in der Regel kein Weg an einer Agentur vorbei, für ein Interview mit einem Abteilungsleiter ist das aber viel zu überdimensioniert.
Überlege also, wie groß deine Produktion am Ende wirklich ist, wie wichtig dir eine weitere Betreuung ist und wie viel Wert die erwartbaren Ergebnisse für dich haben. Wähle dann den passenden Partner aus. Wie dir das gelingt, habe ich dir in diesem Beitrag erklärt.
🎓 Wenn du eine Videoproduktion ausschreiben möchtest oder du Hilfestellungen für die Konzeptentwicklung benötigst, dann schaue dir unseren kompakten Kurs zum Thema an.
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