
Schulungsvideo erstellen: 5 Möglichkeiten zur Umsetzung im Unternehmen
Dieser Artikel wurde zuletzt am 27. April 2026 aktualisiert.
Du hast die Aufgabe erhalten, ein komplexes Thema deinem Team zu erklären und neue Abläufe strukturiert aufzubereiten. Dir kommt die Idee, dafür ein Schulungsvideo zu erstellen. Das ist oft eine sehr gute Lösung. Jetzt musst du nur noch entscheiden, wie dein Lernvideo umgesetzt werden soll. Die Legetechnik kennst du vielleicht noch von früher, animierte Grafiken hast du bestimmt schon gesehen. Trotzdem ist es gar nicht so leicht, ein Format zu finden, das wirklich zu deinem Inhalt passt. Im Folgenden zeige ich dir fünf Möglichkeiten, wie du Themen im Unternehmen sinnvoll per Video erklären kannst.
Inhaltsverzeichnis
Wovon hängt die richtige Machart ab?
Bevor du dein Schulungsvideo konkret erstellen kannst, kläre zuerst das Ziel. Was sollen die Zuschauer nach dem Video können oder verstehen? Willst du eine Software erklären, den Onboarding-Prozess beschleunigen oder einen neuen Arbeitsablauf zeigen? Es gibt nicht das eine Format, das für all das perfekt funktioniert. Ein Abrechnungsprogramm erklärst du zum Beispiel deutlich leichter mit einer Bildschirmaufnahme als mit Aufnahmen vor Ort.
Viele Macharten lassen sich außerdem kombinieren. Du kannst komplexe Zusammenhänge mit animierten Grafiken verständlich machen und die konkrete Umsetzung in der Software direkt als Screencast zeigen. So bekommen die Zuschauer Orientierung und sehen gleichzeitig, was sie später selbst klicken müssen.
Denke bei der Wahl auch schon an die Bereitstellung. Wo soll dein Video später angesehen werden? Als E-Learning mit kurzen Kapiteln? Im Intranet? Oder in einem Workshop, bei dem du zwischendurch stoppst und Fragen beantwortest? Die Antwort beeinflusst Länge, Aufbau und Tempo stärker, als viele am Anfang erwarten.
Screencast und Bildschirmaufnahmen

Ein Screencast ist die Aufnahme deines Bildschirms. Du nutzt ihn vor allem für Software-Tutorials, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder um Inhalte im Intranet zu zeigen. Du nimmst das Bild direkt am Rechner auf und filmst nicht den Monitor oder eine Leinwand ab.
Beispiel: „So legst du einen neuen Kunden im CRM an und erzeugst das passende Angebot.“
Vorteil: geringer Produktionsaufwand
Nachteil: Inhalte altern schnell, etwa nach einem Update mit neuer Oberfläche
Tipp: Wenn du nicht selbst sprechen willst, lohnt sich ein professioneller Sprecher. KI-Stimmen können eine Alternative sein, solange Tempo, Betonung und Fachbegriffe sauber passen. Du kannst auch selbst kurz in die Kamera sprechen und das Screenbild als Bild-in-Bild einblenden.
Technik: externes Mikrofon, optional eine Capture-Karte (Aufnahme-Karte)
Realvideo und echte Aufnahmen vor Ort

Hier zeigst du reale Abläufe, Arbeitsplätze oder Maschinen. Du filmst zum Beispiel eine neue Station in der Produktion oder einen Prozess im Lager. Häufig sprechen Personen auch direkt in die Kamera, weil das Nähe schafft und Vertrauen aufbaut.
Beispiel: „So funktioniert unser neues Schweißgerät.“
Vorteil: Nähe und Glaubwürdigkeit
Nachteil: oft mehr Aufwand, manchmal stört der Dreh den Betriebsablauf, Datenschutz und Urheberrecht
Tipp: Überlege dir eine kleine Geschichte. Zum Beispiel den Weg eines Bauteils durch mehrere Stationen. Oder du etablierst eine Person, die sich etwas erklären lässt und stellvertretend typische Fragen stellt.
Technik: Kamera, Mikrofon, bei Bedarf Licht
Talking Head und Interview

Talking Head ist ein Klassiker für Schulungsvideos. Du sitzt zum Beispiel am Schreibtisch und sprichst direkt in die Kamera. Dadurch entsteht schnell eine persönliche Verbindung und du kannst Inhalte verständlich einordnen. Oft funktioniert das am besten, wenn du mit Einblendungen, Text oder B-Roll ergänzt.
Ein Interview ist das Gespräch mit einer anderen Person. Das kann ein Dialog sein, bei dem beide sichtbar sind. Oder ein gesetztes Interview, bei dem nur der Gesprächspartner im Bild ist und die Fragen aus dem Off kommen.
Beispiel: „Die IT erklärt die drei wichtigsten Regeln für sichere Passwörter und zeigt typische Fehler aus dem Alltag.“
Vorteil: glaubwürdig, gut für Expertenwissen, meist überschaubarer Aufwand
Nachteil: kann gestellt wirken, wenn es zu sehr abgelesen ist
Tipp: Arbeite mit Stichworten statt auswendig gelernten Sätzen. Freies Sprechen wirkt meist deutlich authentischer.
Technik: Kamera mit Stativ, Mikrofon, optional Licht
Animationen und Grafiken

Bei Animationen kannst du grob zwischen 2D und 3D unterscheiden. 2D arbeitet mit Grafiken und ist in der Produktion deutlich weniger komplex. 3D ist oft sehr aufwändig und wird entsprechend teuer. Für viele Unternehmen reicht 2D völlig aus, besonders wenn du Inhalte im Corporate Design aufbauen willst. Oft werden vorhandene Grafiken zum Leben erweckt, sie fliegen ins Bild, bewegen sich oder eine Szene entsteht Schritt für Schritt. Mit Sprechertext und Texteinblendungen wird daraus ein modernes Erklärvideo.
Beispiel: „Ein animiertes Video erklärt den Freigabeprozess, wer wann zustimmt und welche Fristen gelten.“
Vorteil: modern, im Corporate Design, vielseitig einsetzbar, gut aktualisierbar
Nachteil: höherer Produktionsaufwand vor allem bei 3D. Grafiken sind aber meist machbar und deutlich günstiger
Tipp: Eigene Grafiken bieten die größte Kontrolle über Look und Marke. Das ist aufwändig, kann aber sehr hochwertig wirken. Wenn es schneller gehen soll, kannst du mit Stock-Grafiken oder KI-generierten Bildern arbeiten, solange Stil und Rechte geklärt sind.
Technik: externes Mikrofon
Legetechnik
Die Legetechnik war vor einigen Jahren stark im Trend. Heute wirkt sie oft etwas altmodisch und wird häufig durch animierte Grafiken ersetzt. Das Prinzip ist simpel: Grafiken oder Objekte werden auf einem Tisch bewegt und von oben gefilmt.
Beispiel: „Der Ablauf einer Reklamation wird mit Symbolkarten und kurzen Texten Schritt für Schritt erklärt.“
Vorteil: relativ einfach zu produzieren
Nachteil: wirkt schnell veraltet, besser sind meist Animationen mit Grafiken
Tipp: Wenn deine Hand im Bild etwas bewegt, achte darauf, dass sie danach vollständig aus dem Bild verschwindet. So kannst du sauber schneiden, ohne dass es ruckelig wirkt.
Technik: Kamera mit Stativ (Aufnahme von oben), externes Mikrofon
Welche Machart passt zu deinem Ziel?
| Einsatzart | Art der Umsetzung |
|---|---|
| Software erklären | Screencast, optional mit Talking Head |
| Onboarding | Reale Aufnahmen vor Ort, ergänzt durch kurze Einblendungen |
| Expertenwissen | Interview oder Talking Head |
| Komplexe Prozesse erklären | Animationen, oft als 2D |
| Thema einordnen oder Motivation schaffen: | Talking Head |
| Neue Maschine erklären: | reale Aufnahmen vor Ort, optional Interview mit einem Experten |
| Vorstellung | Talking Head |
Welches Format gefällt dir am besten? Und welches hast du im Unternehmen schon eingesetzt? Schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Wenn du Schulungsvideos nicht nur technisch umsetzen, sondern generell sinnvoll in deinem Unternehmen einsetzen möchtest, findest du hier weitere Grundlagen und Praxisbeispiele.
Tag:Erklärvideo, Ideen, Tipps



