
5 kreative Videoprojekte für den Unterricht
Dieser Artikel wurde zuletzt am 20. März 2026 aktualisiert.
Videos kannst du als Lehrkraft perfekt in deinen Unterricht integrieren. Zum einen natürlich als reines Informationsmaterial, aber auch als kleine Projektaufgabe für die Schülerinnen und Schüler. Lass die Jugendlichen selbst ein Video zu einem Unterrichtsthema erstellen und stärke somit neben dem eigentlichen Thema auch die Kreativität und Medienkompetenz. Ich gebe dir fünf kreative Beispiele, wie du Videoprojekte in den Unterricht einbinden kannst.
Übrigens: Die Förderung der Medienkompetenz ist mittlerweile in allen Bundesländern fest im Lehrplan verankert und Baden-Württemberg hat es sogar als Pflichtfach eingeführt. Mit der Erstellung von Videos machst du aktiv Medienbildung, vor allem in der Sekundarstufe. Die Beispiele lassen sich alle in den Lehrplan integrieren und fachlich an deine Bedürfnisse anpassen.
Inhaltsverzeichnis
Ein historisches Ereignis als Videoprojekt nachstellen
Vor allem im Geschichtsunterricht kannst du eine historische Situation als Thema vorgeben. Die Schülerinnen und Schüler sollen dann diese kurze Szene nachspielen und kreativ aufarbeiten. Du kannst hier aus einer Vielzahl an Situationen auswählen, solltest dich aber auf einen kurzen Moment beschränken. Besonders gut funktionieren „alltägliche“ und emotionale Szenen. Beispiel: (Streit-)Gespräch zwischen Martin Luther und einem Priester oder Gespräch einer Familie kurz vor der französischen Revolution.
Arbeitsauftrag: Stellt einen historischen Moment in einer kurzen Spielszene nach. Eure Szene muss mindestens zwei Rollen, einen klaren Konflikt und einen erkennbaren historischen Kontext enthalten.
Sinnvolle Fächer: Deutsch, Geschichte, Religion, Fremdsprachen ab der Unterstufe
Die Aufgabe sollte klar begrenzt sein: Die Gruppe produziert eine Szene von ein bis drei Minuten, die einen historischen Konflikt, eine Entscheidung oder einen Wendepunkt zeigt. Wichtig ist, dass nicht einfach Fakten vorgelesen werden, sondern dass die Lernenden die Perspektiven der Figuren verstehen und in Dialoge übersetzen.
💡Du kannst dieses Thema auch gut mit KI umsetzen. Wie das geht, zeige ich dir im Kurs „KI-Videos und Deepfakes„
Einen professionellen Nachrichtenbeitrag erstellen
Du kannst ein historisches Ereignis auswählen und die Aufgabe stellen, dieses in Form einer Nachrichtensendung aufzuarbeiten. Dabei sind sowohl Studioaufnahmen mit einer Moderation als auch ein kurzer Beitrag zum Thema denkbar. Zusätzlich kannst du für einen Überraschungsmoment sorgen, indem du eine reale Sendung aus dieser Zeit im Anschluss zeigst. Spannend können aber auch historische Szenen sein oder sogar ein Blick in die Zukunft. Beispiel: Fall der Berliner Mauer. Oder für ein Thema in der Zukunft: Entdeckung eines Krebsmedikaments oder Folgen des Klimawandels.
Aber auch für z. B. ein Schulevent oder Projekttage kann das ein sinnvolles Format sinnvoll sein. So habe ich Schülerinnen und Schülern schon oft bei der Produktion einer solchen Sendung unterstützt. Besonders spannend ist hier die Mischung aus Studio-Aufnahmen (z. B. mit einem Greenscreen), der Aufnahme der Beiträge inkl. Interviews, das kompakte Einordnen mit einem Off-Kommentar und der Videoschnitt.
Arbeitsauftrag: Produziert eine Nachrichtensendung von 2 bis 4 Minuten zu einem historischen oder aktuellen Thema. Sie soll aus einer Moderation und mindestens einem Einspieler mit Interview bestehen. Achte auf die Trennung zwischen Meinung und Fakten.
Sinnvolle Fächer: Deutsch, Gemeinschaftskunde ab der Mittelstufe
💡 Der Nachrichtenbeitrag erfordert verschiedene Rollen: Moderator/in, Reporter/in, Kamera, Schnitt oder Redaktion. Das erlaubt es dir auch mit größeren Gruppen oder in Projekten zu arbeiten.
Eine spannende Reportage zu einem besonderen Ort
Lass die Jugendlichen eine Reportage über einen besonderen Ort erstellen. Es kann hier sowohl mit einem Off-Sprecher als auch mit einem Reporter gearbeitet werden. Zusätzlich sind Interviews denkbar. Eine Reportage eignet sich besonders dann, wenn die Schülerinnen und Schüler den Ort oder nicht nur beschreiben, sondern seine Bedeutung oder Funktion erklären sollen. Gute Themen sind Orte mit Geschichte (z. B. Kirchen, Burgen, landwirtschaftliche Gebäude), Funktion (Bücherei, Hospital, Rathaus) oder gesellschaftlicher Relevanz.
Arbeitsauftrag: Erstellt eine Reportage von 3 Minuten über einen Ort eurer Wahl. Zeigt den Ort, erklärt seine Besonderheit und integriert eine Interview oder einen erklärenden Off-Kommentar, der die Bilder ergänzt.
Sinnvolle Fächer: Deutsch, Geografie, Gemeinschaftskunde ab der Mittelstufe
💡Bei dieser Aufgabe geht es um das Einordnen von Gebäuden in einen größeren Kontext. Warum ist dieser Ort für unsere Schule, unsere Stadt oder unsere Region besonders? Was hat sich im Laufe der Zeit geändert? Wie wird der Ort heute genutzt?
Mit der Legetechnik ein kreatives Erklärvideo gestalten
Diese Technik eignet sich vor allem für Erklärvideos. Die Schülerinnen und Schüler nutzen dafür Zeichnungen oder Grafiken für die Darstellung von Prozessen und Abläufen. Dabei werden diese entweder auf dem Tisch hin und her geschoben und von oben gefilmt oder aber die Animation erfolgt erst in der Schnittsoftware. Diese grafische Darstellung wird mit einem Off-Kommentar inhaltlich ausgearbeitet. Beispiel: „Wie funktioniert der Blutkreislauf?“ oder „Das politische System in Deutschland“.
Arbeitsauftrag: Erklärt einen Prozess oder Zusammenhang [z. B. den Blutkreislauf] in etwa zwei Minuten mit selbst gestalteten Karten, Symbolen oder Zeichnungen.
Sinnvolle Fächer: Naturwissenschaften, Kunst ab der Unterstufe
Die Legetechnik ist besonders geeignet, wenn komplexe Abläufe vereinfacht und strukturiert dargestellt werden sollen. Du zwingst deine Schülerinnen und Schüler dazu, die Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren und in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen.
ℹ️ Du ermöglichst mit dieser Technik, genauso wie mit einem Stop-Motion-Video, dass auch zurückhaltende Schülerinnen und Schüler am Projekt teilhaben können, ohne gleich vor die Kamera zu müssen.
Ein informatives Interview führen
Das ist sicherlich ein Klassiker, der aber dennoch viel Potential hat. Zum einen erfordert ein gutes Interview eine gute Vorbereitung, zum andern kann das Gespräch auf viele Arten stattfinden. Versuche schon mit der Aufgabenstellung die Kreativität zu fördern: Zum Beispiel indem du offen lässt, wer interviewt werden soll. So könnte die Aufgabenstellung lauten: „Suche einen spannenden Beruf aus deiner Stadt und führe ein Interview“. Du kannst dabei noch weitere Vorgaben machen, wie die Aufnahme von B-Roll (Schnittbilder) oder konkrete inhaltliche Schwerpunkte. Außerdem sollen die Jugendlichen den Ort für das Interview nach Möglichkeit selbst wählen, da dieser kreative Prozess durchaus wichtig ist. Wie man ein Interview am besten durchführt, findest du in diesem Artikel.
Arbeitsauftrag: Führt ein Interview von 3 bis 5 Minuten mit einer Person über ihre Arbeit. Das fertige Video soll eine kurze Vorstellung, mindestens fünf sinnvolle Fragen und passende Schnittbilder enthalten.
Sinnvolle Fächer: Deutsch, Gemeinschaftskunde, Fremdsprachen ab der Unterstufe
Praktische Tipps zur Umsetzung von Videoprojekten an Schulen
Lass den Schülerinnen und Schülern genug Freiraum, um die Projekte kreativ umzusetzen, achte gleichzeitig aber auch darauf, dass sich die Ergebnisse vergleichen lassen. Dazu eignen sich Vorgaben zu Themen oder Formate, die eine „natürliche“ Begrenzung haben. Ein Werbespot beispielsweise hat eine festgelegte Form und eine Maximallänge. Auch ein Erklärvideo lässt sich gut im Unterricht erstellen, etwa zu einem Experiment.
Damit die Projektaufgabe zum gewünschten Ergebnis führt, solltest du eine gute Einweisung geben. Zum einen natürlich inhaltlich, aber auch technisch. Erkläre die grundlegenden Vorgehensweisen und wie die Technik bedient wird. Dabei braucht es übrigens keine hochwertige Kamera, ein Smartphone reicht in der Regel aus. Mache deutlich, dass sowohl das Bild als auch der Ton von Bedeutung sind. Gerade letzteres wird häufig vernachlässigt ist aber z.B. bei einem Interview von großer Bedeutung. Denke zudem auch an den Schnitt. Entweder nutzt du Technik deiner Schule oder verweist auf kostenlose Softwarelösungen. Diese solltest du dann aber in den Grundzügen erklären.
Am besten bildest du Gruppen von 3-5 Schülerinnen und Schülern. Das ist eine gute Größe für eine solche Projektaufgabe. Je nach Thema und Aufwand solltest du auch genug Zeit einplanen und überlegen, ob eine Umsetzung während der Unterrichtszeit sinnvoll ist. Ansonsten mache das Projekt zu einer Hausaufgabe.
Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen Videoideen für Lehrkräfte weiterhelfen. Denke Videos nicht nur als Informationsmedium, sondern auch mit Blick auf die Medienkompetenz, vor allem in der Sekundarstufe und als kreative Projektaufgaben. Nutzt du bereits Videos im Unterricht?
🎓 Schaue dir unseren Online-Kurs an, der dich bei der Erarbeitung und Unterstützung eines solchen Projekts unterstützt. Darin zeige ich dir auch, wie du die Ergebnisse bewerten kannst inkl. einer Excel-Liste zum Download.
Das Titelbild stammt aus einer Reportage zum Thema Videospiele, die ich gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern umgesetzt habe. Das Interview fand auf der gamescom in Köln statt.



