
25 fps oder 60 fps – Warum eine hohe Framerate nicht besser ist
Dieser Artikel wurde zuletzt am 7. Juli 2026 aktualisiert.
Wenn du in den Einstellungen deiner Kamera die Videoauflösung einstellst, dann hast du dort in der Regel auch eine Möglichkeit die Framerate einzustellen. Meist hast du mehrere Möglichkeiten, die in der Regel von 25 – 60 Bilder pro Sekunde reichen.
Instinktiv wählen hier die meisten den höchsten Wert aus, um vermeintlich die beste Bildqualität zu erhalten. Doch das ist ein Trugschluss. Mit dieser Einstellung steuerst du nicht nur die technische Basis deines Videos, sondern triffst auch eine weitreichende gestalterische Entscheidung.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Framerate (fps)
Mit der Framerate stellst du ein, mit wie vielen Bildern pro Sekunde dein Video aufgenommen wird. Die Abkürzung fps steht dabei für „frames per second“ (Bilder pro Sekunde).
Konkrete Beispiele:
25 fps entspricht 25 Einzelbildern pro Sekunde.
60 fps entspricht 60 Einzelbildern pro Sekunde.
Das menschliche Auge braucht im Übrigen etwa 12 Bilder pro Sekunde, um eine Bewegung als solche wahrzunehmen. Das kennst du vielleicht noch aus deiner Kindheit von einem klassischen Daumenkino.
💡 Die Framerate kannst du oft auch an den typischen Bezeichnungen der Videoauflösungen erkennen. So steht 1080p60 z. B. für eine Auflösung von Full-HD (1080p) mit 60 Bildern pro Sekunde.
Typische Frameraten
| Framerate | Einsatzzweck | Bemerkung |
|---|---|---|
| 24 fps | Kinofilme | Erzeugt den typischen, leicht cineastischen „Kinolook“ |
| 25 fps | Standard in Europa | Norm für nahezu alle Videos im PAL-Raum (Fernsehen, DVDs). |
| 29,97 fps | Fernsehnorm in den USA | Historische Fernsehnorm in den USA (NTSC). Achtung: Nicht identisch mit 30 fps! |
| 30 fps | Standard in den USA | Verbreitet im Web, Monitore, Webcams. |
| 50 fps | Zeitlupen | Perfekt, um Bewegungen im Videoschnitt sauber zu verlangsamen. |
| 60 fps | Zeitlupen, Monitore, Gaming | Für flüssige Gaming-Aufnahmen oder Zeitlupen im NTSC-Raum. |
ℹ️ Falls du in deinem Aufnahmegerät nur 30 oder 60 fps einstellen kannst, gibt es in den Systemeinstellungen oft eine Möglichkeit, die europäischen PAL-Normen (25/50 fps) freizuschalten. Beim iPhone findest du diese Option beispielsweise direkt in den Einstellungen unter „Kamera“.

Warum begegnen uns 30 oder 60 fps so oft im Web, z.B. auf YouTube? Die Videoplattform ist ein amerikanisches Unternehmen und daher auf die dortigen Standards ausgerichtet. In der heutigen globalisierten Welt ist das aber kein Hindernis und YouTube verarbeitet die allermeisten Frameraten problemlos. Es macht also keinen Unterschied, ob dein Video 25 oder 60 fps hat. Viele nutzen dennoch 30 oder 60, weil gerade Smartphones, Webcam oder Gaming-Aufnahmen genutzt werden und dort diese Frameraten üblich sind.
Auch in der Videotelefonie haben sich 30 fps etabliert. So nutzt Microsoft Teams z.B. standardmäßig 30 Bilder pro Sekunde für die Übertragung von Webcams. Bei statischen Präsentationen oder beim Teilen von Bildschirmen wird aber oft deutlich reduziert, um Bandbreite zu sparen.
Framerate ist nicht Shutter Speed (Belichtungszeit)
Ein häufiger Denkfehler: Framerate und Belichtungszeit sind nicht das Gleiche!
Die Framerate bestimmt, wie viele Bilder pro Sekunde aufgenommen werden.
Die Belichtungszeit (Shutter Speed) gibt an, wie lange jedes dieser einzelnen Bilder belichtet wird.

Eine schnelle Belichtungszeit führt also nicht zu mehr Bildern pro Sekunde. Beide Werte hängen jedoch eng zusammen. Für ein natürliches Seherlebnis stellt man die Werte meist nach der sogenannten 180-Grad-Regel passend zueinander ein.
Diese Bezeichnung stammt von alten analogen Filmkameras mit rotierender Sektorenblende. Auf die digitale Welt übersetzt besagt die Regel: Stelle die Belichtungszeit auf den Kehrwert der doppelten Framerate ein. Dadurch erhältst du eine für das Auge angenehme, natürliche Bewegungsunschärfe.
Bei 30 fps wählst du eine Belichtungszeit von 1/60s.
Bei 25 fps wählst du eine Belichtungszeit von 1/50s.
Diese Normen entstanden historisch aufgrund der jeweiligen Stromnetze. In Europa sind 50 Hz Wechselstrom üblich, in den USA sind es 60 Hz. Wenn du hierzulande mit 25 fps und 1/50s filmst, synchronisiert sich deine Kamera perfekt mit der Frequenz des Stromnetzes. Das Ergebnis: Künstliche Lichtquellen (wie LEDs oder Büroleuchten) flackern im Video in der Regel nicht.
ℹ️ Wenn du die 180-Grad-Regel bei hohen Frameraten anwendest (z. B. 60 fps bei 1/120s), schließt sich der Verschluss deutlich schneller. Dadurch benötigt du mehr Licht oder ein lichtstärkeres Objektiv.


Aufnahme, Timeline, Playback und Export konsequent halten
Die Framerate solltest du nicht erst beim Export festlegen, sondern schon vor der ersten Aufnahme. Denn problematisch ist eine Framerate erst dann, wenn du mit verschiedenen in einem Projekt arbeitest.
Grundsätzlich empfehle ich dir mit 25 und 50 oder 30 und 60 zu arbeiten. Dabei ist die niedriger Framerate in der Regel deine Basis für das Projekt und die doppelte Framerate kannst du sehr gut als Zeitlupe oder für schnelle Bewegungen nutzen.
Wichtig ist dann, dass du diese Einstellungen auch beim Schnitt entsprechend anlegst. In DaVinci findest du hier zwei Einstellungen. Einmal die Timeline bzw. die Projekteinstellung und die Wiedergabeeinstellung.
❗ In neuen Projekten stellt die Software automatisch 24 Bilder ein. Alles wichtige dazu habe ich dir schon in diesem Video gezeigt.
Wann sind hohe Frameraten sinnvoll – und wann nicht?
Die Vorteile von hohen Frameraten (50 / 60 fps):
- Flüssigere Bewegungen: Ideal für schnelle Sportaufnahmen oder Action.
- Echte Zeitlupen: Das Material kann ohne Qualitätsverlust im Schnitt um z. B. die Hälfte verlangsamt werden.
- Scharfe Standbilder: Da jedes Einzelbild kürzer belichtet wurde, ist die Chance auf ein knackscharfes Standbild beim Pausieren höher. Hier spielt aber die Belichtungszeit eine größere Rolle.
Die Nachteile von hohen Frameraten:
- Der „Videolook“: Durch die fehlende natürliche Bewegungsunschärfe wirken Bewegungen oft unnatürlich hyperrealistisch oder „billig“
- Größere Datenmengen: Mehr Bilder bedeuten größere Videodateien auf deiner Speicherkarte und längere Render- sowie Upload-Zeiten.
- Höherer Lichtbedarf: Durch die kurzen Verschlusszeiten rauscht das Bild in dunklen Räumen schneller.
Für klassische Erklärvideos, Interviews, Corporate Content oder Social-Media-Beiträge im europäischen Raum bist du mit 25 fps und einer Belichtungszeit von 1/50s handwerklich und visuell fast immer auf der besten und sichersten Seite.
Mit welcher Framerate nimmst du deine Videos auf?
Tag:Smartphone, Webcam



