
Portrait fotografieren: 5 Tipps für bessere Business Fotos
Dieser Artikel wurde zuletzt am 2. März 2026 aktualisiert.
Es kommt im Arbeitsumfeld immer wieder vor, dass kurzfristig Portraits von Personen gebraucht werden. Oft kommt es sehr spontan zu solchen Situationen und man hat nicht die Möglichkeit, kurzfristig noch einen professionellen Fotografen zu engagieren. Deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag 5 Tipps geben, wie du schönere Business Portraits fotografieren kannst.
Vorweg ein Hinweis: Wenn wirklich hochwertige Bilder benötigt werden, empfehle ich, auf einen professionellen Fotografen zurückzugreifen, da sie meist Profi-Equipment und mehr Erfahrung mitbringen. Wir helfen gerne.
Inhaltsverzeichnis
1. Die richtige Kamera für die Portraitfotografie
Zunächst brauchst du eine Kamera. Was du hier verwenden kannst, hängt natürlich von der zur Verfügung stehenden Technik ab, ich empfehle hier aber (sofern möglich) den Griff zu einer Foto-Kamera. Passende Modelle findest du hier. Für das Fotografieren von einzelnen Portraits bieten sich Objektive mit einer Brennweite zwischen 50 und 85 mm und einer Blende von f2,8 oder größer an. Wenn du mehr über die Angaben auf dem Objektiv wissen möchtest, empfehle ich diesen Beitrag.
ℹ️ Mittlerweile lassen sich Portraits auch gut mit aktuellen Smartphones aufnehmen, jedoch sind einige Einstellungsmöglichkeiten hier oft eingeschränkt. So hast du z. B. meist kein Teleobjektiv, sondern nur ein Weitwinkel. Damit ist ein weiches Bokeh technisch nur eingeschränkt möglich und dein Smartphone rechnet das daher digital hinzu. Vor allem an den Kanten wird das dann sichtbar.
2. Die perfekte Kamera-Einstellung und Beleuchtung
Wenn du Business Portraits aufnehmen möchtest, solltest du dir zunächst zwei Ziele setzen:
- Das Portrait sollte scharf sein
- Das Bild sollte korrekt belichtet sein
Um das zu erreichen, brauchst du ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Belichtungszeit, Blende und Lichtempfindlichkeit. Ich empfehle hier eine Belichtungszeit um die 1/160 Sekunde, damit die Bilder nicht verwackeln. Alternativ kannst du auch ein Stativ nutzen. Empfehlen kann ich dir z. B. eines von 🛒 Manfrotto*.
ℹ️ Als Richtwert für die Belichtungszeit kannst du das 2-fache der Brennweite wählen. Also 1/100 bei einer Brennweite von 50mm. Je höher dein Wert aber, desto weniger ist dein Bild verwackelt. Moderne Kameras verhindern Verwackelungen in der Regel besser als ältere Modelle.
Die anderen Werte solltest du entsprechend anpassen, um eine korrekte Belichtung zu erreichen. Vermeide dabei aber zu hohe ISO-Werte (über 3200 beginnt oft schon ein deutliches Bildrauschen).
| Einstellung | Funktion | Gute Werte für Portraits |
|---|---|---|
| Blende | Regelt, wie viel Licht auf den Sensor fällt und wie stark der Hintergrund unscharf wird. | Für Portraits ist oft eine offene Blende sinnvoll, z. B. f/2,8 bis f/4. Dadurch wird der Hintergrund weicher und die Person hebt sich besser ab. |
| Belichtungszeit | Bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Sie beeinflusst die Helligkeit und ob Bewegungen oder Verwacklungen sichtbar werden. | Für scharfe Portraits sind meist mindestens 1/100 s, besser 1/125 s bis 1/200 s sinnvoll. Bei längeren Brennweiten sollte die Zeit noch kürzer sein. |
| ISO | Legt fest, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert. | Den ISO-Wert möglichst niedrig halten, z. B. ISO 100 bis 400, um Bildrauschen zu vermeiden. Nur bei wenig Licht höher gehen. |

Um eine gute Ausleuchtung im Bild zu erreichen, solltest du auf natürliche und künstliche Lichtquellen in der Umgebung achten. Gegenlicht von einem Fenster solltest du versuchen zu vermeiden, da sich Gegenlicht negativ auf den (wichtigeren) Rest des Bildes auswirken kann.
Sofern vorhanden, kannst du künstliche Lichtquellen nutzen, um das Bild zu beleuchten. Dabei kannst du spezielle Foto- oder Videolampen benutzen. Wenn du keine Lampen zur Verfügung hast, kannst du Fenster hinter der Kamera nutzen, um Licht ins Bild zu bekommen.
💡 Du kannst auch z. B. eine Schreibtischlampe oder eine andere Lichtquelle im Hintergrund sichtbar platzieren und so für optisch ansprechende Kontraste sorgen. Das nennt man „Practical Lights“.
3. Finde den passenden Hintergrund
Wenn du ein Portrait fotografieren möchtest, kommt es nicht nur auf die Person vor der Kamera an, die Umgebung bzw. der Hintergrund spielen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Hier solltest du dir zunächst eine passende Location suchen. Überlege hier zunächst, ob sich ein Innenraum oder ein Platz im Freien eher anbietet.
Der Hintergrund sollte nicht vom eigentlichen Motiv ablenken, es muss aber auch nicht unbedingt eine weiße Wand sein. Ein sehr simpler, einfarbiger Hintergrund ist zwar universell verwendbar, wirkt aber unter Umständen unpersönlich oder unnatürlich. Der Hintergrund sollte optisch ansprechend sein und farblich passend zum Motiv. Du kannst den Hintergrund über verschiedene Blenden-Einstellungen in gewissem Maße verändern, um das Bild unterschiedlich wirken zu lassen. Während beispielsweise für klassische Mitarbeiterportraits wenige Details im Hintergrund ratsam sind, kann im Hintergrund zum Beispiel auch ein umgesetztes Projekt zu sehen sein, dass dann auch erkennbar sein soll.
Welche Einstellungen du dabei nutzen kannst und welche Angaben auf einem Objektiv stehen, findest du hier.
Für ein einfaches Portrait, das den abgebildeten Menschen in den Mittelpunkt stellen soll, empfehle ich auf folgende Punkte zu achten:
- Fotografiere mit einer eher geöffneten Blende und positioniere dein Motiv mit ein wenig Abstand (meist reichen schon wenige Meter) zur Wand bzw. zum Hintergrund. Dadurch wird der Hintergrund unscharf und der Mensch sticht besser hervor.
- Achte auf passende Farben: Wenn das Motiv zum Beispiel einen blauen Anzug trägt, bietet es sich an, Holzelemente im Hintergrund zu platzieren, da die warmen Holz-Farbtöne gut mit der blauen Kleidung harmonieren (zumindest ist das häufig der Fall, es kommt dabei natürlich auf die konkreten Farbtöne und die Gesamtsituation an).
- Sorge für Kontrast: ein weißes Hemd vor einer weißen Wand wirkt nicht gut. Zum einen wirkt das Bild langweilig, zum anderen verschmelzen so Vorder- und Hintergrund und sorgen unter Umständen für Verwirrung.
4. Das passende Outfit für ein Business Portrait
Mindestens genauso wichtig wie der Hintergrund ist ein passendes Outfit für die Person vor der Kamera. Die Kleidung einer Person kann sehr viel über sie aussagen. Es macht einen großen Unterschied, ob ein Mensch im Anzug vor der Kamera steht oder in einer orangenen Warnjacke. Das Outfit sollte also zum Unternehmen, zur Branche aber auch ein wenig zu den internen Strukturen passen.
Achte bei der Auswahl der Farben auch auf die Hautfarbe der Person, die du fotografierst. Je nach Hautfarbe können manche Farben in der Kleidung besser oder schlechter wirken. Meiner Erfahrung nach tragen die meisten Menschen aber meist sowieso ein Outfit, das zu ihnen passt. Und mit das Wichtigste bei Portraits ist, dass sich die Personen vor der Kamera in ihrem Outfit (und hoffentlich auch vor der Kamera) wohlfühlen.
ℹ️ Vermeide feine Karo-Muster in der Kleidung, gerade Sakkos und Hemden haben das oft. Diese Muster können zu unschönen Effekten im Bild führen (der sogenannte Moiré-Effekt).
Ein häufiger Problempunkt sind Brillen. Hier gibt es oft unschöne Reflexionen in den Gläsern oder das Gestell der Brille verläuft auf dem Foto vor dem Auge. In den meisten Fällen hilft es dann, den Kopf minimal zu neigen oder zu drehen bzw. die Brille ein wenig nach oben zu schieben. Du solltest vermeiden, die Augen irgendwie zu verdecken, da sie ein äußerst wichtiger Bestandteil eines Portraits sind und der erste Eindruck maßgeblich durch die Augen beeinflusst wird.
5. Der Feinschliff: Die Nachbearbeitung
Auch wenn beim Aufnehmen des Portraits scheinbar alles gut gelaufen ist und du das Gefühl hast, ein perfektes Ergebnis erzielt zu haben, solltest du im nächsten Schritt den Feinschliff vornehmen. Mit Nachbearbeitung meine ich nicht, dass du das Portrait in Photoshop etc. lädst und Hemdfarben und Hintergründe veränderst. Es geht in erster Linie um kleine Anpassungen, die einen großen Effekt erzielen. Zusammengefasst handelt es dabei um
- den Bildausschnitt
- die grundlegende Entwicklung des Bildes (Belichtung, Kontrast, Sättigung)
- kleine kosmetische Korrekturen
Bei der Anpassung des Bildausschnitts kannst du das Bild passend zuschneiden. Dabei kannst du sowohl das Seitenverhältnis ändern als auch die Position der Person im Bild. Wenn du dein Motiv also beispielsweise im Seitenverhältnis 3:2 leicht rechts positioniert aufgenommen hast, kannst du daraus ganz einfach ein Profilbild im Verhältnis 1:1 machen, in dem die Person mittig sichtbar ist.
Bei der Entwicklung (also der Anpassung grundlegender Bildeinstellungen) reichen oft schon Veränderungen von Kontrast, Belichtung und Sättigung. Hierbei solltest du das Histogramm nutzen, das jedes gute Bildbearbeitungsprogramm anzeigen kann. Versuche hier, ein passendes Verhältnis zwischen hellen und dunklen Bereichen zu erreichen. Oft lohnt es sich schon, einfach ein wenig an den besagten Reglern „zu spielen“.
ℹ️ Das Histogramm zeigt die Verteilung der hellen und dunklen Bildbereiche an, hier solltest du also auf eine passende Verteilung achten, die eher zu hellen Bildbereichen tendiert – das wirkt meist freundlicher.
Die meisten Programme zur Bildbearbeitung bieten die Möglichkeit, kleine Bildbereiche einfach zu ersetzen. Diese Tools eignen sich gut dazu, beispielsweise Pickel ohne großen Aufwand zu retuschieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten fotografierten Personen diesen zusätzlichen Schritt sehr schätzen. Achte nur darauf, dass dabei keine sichtbaren Flecken entstehen.
💡 Störende Elemente im Hintergrund lassen sich in einem gewissen Rahmen mit dieser Methode auch entfernen, z. B. die kleine, rote LED an einem Gerät, die man beim Aufnehmen nicht vermeiden konnte.
Mit diesem Wissen bist du vorbereitet, wenn jemand spontan Fotos braucht. Wenn du noch Fragen hast, stelle sie gerne in den Kommentaren.
Tag:DIY, Fotografie, Tipps



