
Dein Video ist fertig – und jetzt? So veröffentlichen Unternehmen Videos strategisch
Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2026 aktualisiert.
Wir hatten vor einiger Zeit für ein mittelständisches Unternehmen einen Imagefilm produziert. Die Aufnahmen entstanden in der Produktionshalle, im Showroom und von den Produkten. Ein stimmiger Film, der sich auch klar an der Zielgruppe orientierte. Das Problem: Das Video schaffte es auf YouTube nicht einmal auf dreistellige Aufrufzahlen.
Warum? Nun, der Kunde übernahm die Verwertung und Verbreitung selbst und lud das Video mit einem nichtssagenden Titel und ohne Videobeschreibung auf die Videoplattform hoch. Anschließend wurde es auf einer Unterseite der Website eingebettet. Es folgte keine weitere Verbreitung über andere Social-Media-Kanäle oder per Newsletter. Das Video blieb unsichtbar.
Ich zeige dir im Folgenden, wie du eine Videoproduktion sinnvoll verbreiten und mehr aus dem fertigen Video herausholen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Ein fertiges Video ist noch keine Kommunikation
Wenn du ein Video produzierst oder von einem externen Dienstleister produzieren lassen möchtest, dann solltest du das Video von Anfang an in einem größeren Kontext betrachten. Sieh ein Video nicht als eine in sich geschlossene Produktion, sondern immer im Gesamtkontext deiner Kommunikation. Ein Video ist ein Teil davon und nicht der alleinige Hauptinhalt.
Was bedeutet das? Nun, ein Video kann auf verschiedene Arten veröffentlicht werden: auf der eigenen Website, auf Social Media, während Veranstaltungen oder auf einem Messestand. Das bedeutet: Ein Video ist immer eingebettet und steht nicht alleine. Selbst wenn du ein Video „nur“ auf YouTube hochlädst, gibst du ihm durch ein Thumbnail, den Titel und die Videobeschreibung einen Rahmen.
Eine gute Veröffentlichung umfasst daher immer auch die passende Einbettung und die Kombination mit anderen Medien. So können ein gutes Vorschaubild, ein Begleittext oder eine ergänzende Veröffentlichung auf verschiedenen Plattformen die Reichweite deutlich steigern. Das solltest du von Anfang an mitdenken und ein Video als strategisches Asset deiner Kommunikation behandeln, das einen klaren Rahmen benötigt.
Aus einem Unternehmensvideo mehrere Inhalte veröffentlichen
Wenn du dir eine Strategie für deine Kommunikation überlegt hast, dann wirst du sehr wahrscheinlich bemerken, dass du mit nur einer Version deines Videos oft an Grenzen stößt. Schauen wir uns das anhand eines klassischen Imagefilms an, den du von einem Profi hast produzieren lassen. Du hast ein hochwertiges Video mit Aufnahmen aus deiner Produktionshalle, deinen Produkten und einigen Interviews erhalten. Der Clip dauert, wie üblich, etwa vier Minuten und liegt im Breitbildformat vor.
Das Video an sich ist stimmig und erfüllt seine Aufgabe, aber du wirst es nicht auf allen Plattformen oder in besonderen Situationen sinnvoll nutzen können. Nicht unbedingt aus technischen Gründen, sondern wegen der jeweiligen Plattformlogik und der unterschiedlichen Nutzungsabsichten. So kannst du den Clip zwar auf deine Social-Media-Kanäle hochladen, aber dort sind vor allem kurze Hochformatvideos vertreten. Außerdem ist das Video für manche Plattformen schlicht zu lang.
Oder nehmen wir an, du möchtest das Video auf einer Messe nutzen, um Besucher anzuziehen. Spätestens beim Interview wird es in einer lauten Messehalle schwierig, weil der Ton dort kaum verständlich ist oder komplett untergeht.
Was möchte ich dir damit sagen? Ganz einfach: Denke dein Video nicht als einzelnes Asset, sondern überlege, wie du eine Videoproduktion so gestalten kannst, dass alle wichtigen Kanäle sinnvoll eingebunden sind. Oft ist das kein großer Aufwand, sondern lässt sich zum Beispiel über mehrere Schnittversionen lösen.
ℹ️ Grundsätzlich solltest du auch überlegen, welches Format sich als „Basis“ für eine möglichst breite Nutzung eignet. Das muss nämlich nicht immer der Imagefilm sein.
Video für Website, LinkedIn, Newsletter und Vertrieb nutzen
Was ich dir eben genannt habe, sind Ausspielkanäle. Wichtiger aber ist der Nutzen des Videos. Es geht nämlich immer darum, ein Video so einzusetzen, dass es dir auch einen konkreten Nutzen bringt.
Das ist logisch und du hast vermutlich auch ein Ziel im Kopf, wenn du zum Beispiel ein Recruitingvideo produzierst. Aber an dieser Stelle kannst du noch deutlich weitergehen. Denn das Interview im Video kannst du vielleicht einzeln nutzen, zum Beispiel als kurzes Statement auf LinkedIn. Passendes B-Roll-Material lässt sich vielleicht mit einem angepassten Sprechertext zur Vertriebsunterstützung verwenden. Wenn du dein Video also in mehrere Bausteine aufteilst, ergeben sich ganz plötzlich viele kleine Clips für verschiedenste Anwendungsbereiche. Netter Nebeneffekt: Durch mehrere Videos aus einem Dreh sparst du auch Kosten.
Ein Video ist in der modernen Kommunikation keine einmalige Sache, sondern oft ein laufender Prozess. Es gilt, Kanäle wie LinkedIn, Instagram oder YouTube zu füllen, aber auch interne Prozesse zum Beispiel mit einem Schulungsvideo abzubilden. Die Zeiten, in denen man einen Imagefilm alle fünf bis sechs Jahre neu gedreht hat, sind nahezu vorbei. Heute geht es um Kontinuität mit vielen kurzen Videos, die auf mehreren Plattformen und in unterschiedlichen Kontexten genutzt werden.
| Videoart | Mögliche Einsatzorte und Varianten |
|---|---|
| Recruitingvideo | Karriereseite, Stellenanzeigen, LinkedIn, Azubi-Messen, interne Weiterleitung an Führungskräfte |
| Kundeninterview | Langvideo, kurze Zitatclips, Blogartikel, Newsletter, Vertriebspräsentation |
| Erklärvideo | Website, Support, Onboarding, E-Mail-Antworten, Schulung |
| Eventvideo | Website, LinkedIn, Newsletter, interne Kommunikation, Messepräsentation, Rückblick für Teilnehmende |
| Produktvideo | Produktseite, Vertrieb, Messe, Social Media, E-Mail-Kampagnen, Präsentationen |
| Schulungsvideo | Onboarding, interne Lernplattform, Wissensdatenbank, E-Mail an neue Mitarbeitende, Teammeetings |
| Imagefilm | Startseite, Über-uns-Seite, LinkedIn, Messeauftritt, Präsentationen, Angebotsunterlagen |
| Interview mit Mitarbeitenden | Karriereseite, Social Media, interne Kommunikation, Azubi-Marketing, Stellenanzeigen |
| Kundenreferenz | Website, Vertrieb, Newsletter, Präsentationen, Social Media, Angebotsprozess |
| Webinar-Aufzeichnung | Mediathek, Newsletter, Blogartikel, kurze Wissensclips, interne Weiterbildung |
Erfolg messen und Learnings ableiten
Nachdem du ein Video oder mehrere Versionen produziert und veröffentlicht hast, solltest du dir noch einmal Zeit nehmen, alles zu bewerten. Am besten schaust du dir echte Daten zur Reichweite, Nutzung und Conversion an.
Die meisten Plattformen bieten umfangreiche Analysedaten, mit denen du zum Beispiel Abrufzahlen, Wiedergabezeiten, Klicks und Kommentare auswerten kannst. Gerade Letzteres ist sehr wichtig, da du hier oft ungefilterte und ehrliche Meinungen echter Menschen bekommst.
Aber auch auf finanzieller Ebene lässt sich der Erfolg eines Videos messen. Unterstützt das Video den Vertrieb? Hilft es bei der Gewinnung neuer Bewerberinnen und Bewerber? Werden weniger Rückfragen gestellt? Wird ein Produkt oder eine Dienstleistung besser verstanden? All das sind Fragen, die dir helfen, den tatsächlichen Nutzen eines Videos besser einzuschätzen.
ℹ️ Wie du hier am besten vorgehst, habe ich dir in diesem Beitrag erklärt.
Nach dem Schnitt beginnt der eigentliche Nutzen
Ein Video ist nicht automatisch erfolgreich, nur weil es fertig produziert wurde. Für Unternehmen beginnt nach dem Schnitt oft erst der entscheidende Teil: die richtige Veröffentlichung, die passende Einbettung, die Verbreitung über sinnvolle Kanäle und die Nutzung in verschiedenen Varianten.
Wenn du ein Video von Anfang an strategisch planst, kannst du aus einer Produktion deutlich mehr herausholen. Dann bleibt dein Video nicht nur eine Datei, die irgendwo hochgeladen wird, sondern wird zu einem echten Bestandteil deiner Unternehmenskommunikation.
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