
Coca-Cola: Weihnachtswerbung 2025 wieder mit KI erstellt
Dieser Artikel wurde zuletzt am 27. November 2025 aktualisiert.
Coca-Cola hat auch seine diesjährige Weihnachtswerbung wieder vollständig mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Die legendären Spots laufen bereits seit mehreren Jahrzehnten, nach dem vergangenen Jahr auch 2025 wieder per KI erstellt. Der neue Clip kommt in den sozialen Medien nicht gut an – zahlreiche Nutzer beklagen, das Video wirke zu künstlich und leblos und man habe nichts aus dem letzten Spot gelernt.
Inhaltsverzeichnis
KI-Videos von mehreren Agenturen
Der Spot ist im Grunde eine Neuauflage der legendären Kampagnen, inklusive des bekannten „Holidays Are Coming“-Jingles. Wir sehen darin die Coca-Cola-Trucks durch eine KI-generierte Welt fahren. Der Getränkehersteller hat hierfür mehrere Studios (u. a. Silverside und Secret Level wie letztes Jahr) beauftragt und verschiedene KI-Modelle genutzt, um zahlreiche Videos zu erstellen. Ein Unterschied zum letzten Mal: Menschen tauchen keine mehr auf, dafür aber mehr Tiere. Offenbar setzt man nun auf den Niedlichkeitsfaktor und vermeidet zu unrealistisch wirkende Menschen.
Der Spot zeigt, was KI mittlerweile qualitativ leisten kann, bleibt aber dennoch hinter dem aktuell Möglichen zurück (Bewegungen, Konsistenz, Vermischung verschiedener Stile). Die Kritik in den sozialen Medien ist nicht unbegründet: Der Spot wirkt „seelenlos“ und weckt kaum echten Emotionen. Lediglich die Musik schafft es, ein wenig Stimmung zu erzeugen. Doch das reicht nicht aus, um echte Menschen und reale Aufnahmen zu ersetzen.
Die Frage ist jedoch: Möchte man das mit diesem Konzept überhaupt erreichen? Der Werbemarkt ändert sich aktuell rasant und Schätzungen zufolge sind etwa 30 Prozent aller Marketingbotschaften zumindest teilweise mit KI erstellt. Es scheint also, dass Coca-Cola hier den aktuellen Trend voll trifft. Es geht im Kern also auch um Innovation und Technologie, weniger um Perfektion. Auch das kann eine Botschaft sein.
Das ist im Vergleich die originale Weihnachtswerbung von 1995
Coca-Cola veröffentlicht Making-of zur Weihnachtswerbung
Zeitgleich zur Veröffentlichung hat Coca-Cola auch ein Making-of veröffentlicht. Man habe 70.000 Szenen mit vielen der aktuellen KI-Modellen (laut Video mit u. a. VEO3, Sora, Runway und Kling) erstellt, die dann von einem Team von gerade einmal fünf Personen in 30 Tagen als Basis für die Erstellung des Spots dienten.
KI-Stimmen erklären im Entstehungsvideo die Art und Weise, wie ein solcher Clip entsteht. Denn mit der Generierung von einzelnen Videosequenzen ist es noch nicht getan. Umfangreiche Anpassungen z. B. in der Farbkorrektur oder beim Einbinden der Logos sind die Folge. Aber auch die enorme Anzahl an Videos macht deutlich, dass es viele Versuche und ein klares Konzept braucht und außerdem eine definierte Stilrichtung nötig ist. Diesen Aufwand übersehen viele, die KI als „Wunderwaffe“ sehen. Es braucht also weiterhin die menschliche Kreativität und ein gutes Gespür fürs Storytelling.
Der Getränkehersteller hat sich nicht zu den Kosten geäußert. Auch wenn die Vermutung nahe liegt, dass eine KI-Erstellung kostengünstiger als ein realer Dreh ist, muss das nicht immer der Realität entsprechen. Zahlreiche KI-Videos sprengen laut verschiedenen Umfragen nämlich das ursprünglich angedachte Budget. Denn mit einer einfachen Texteingabe entsteht tatsächlich (noch) kein perfektes Video. Das wird auch im Making-of deutlich, da beim Spot viel Zeit in die Anpassung der einzelnen KI-Clips geflossen ist. Dennoch dürften die Kosten im Vergleich zu realen Produktionen geringer ausgefallen sein.
Ein neues Kapitel im Storytelling
Der Einsatz von KI bedeutet für Marken in der Regel eine schnellere und günstigere Produktion, ermöglicht aber auch das Testen verschiedener Ideen und Konzepte. Gleichzeitig wächst aber auch die Gefahr von Beliebigkeit. Die realen Clips waren authentisch, echt und blieben im Gedächtnis. Der diesjährige Spot wirkt kaum anders als der von letztem Jahr, selbst wenn die Technik dahinter besser wurde. Die Botschaft verwässert.
Last year people criticized the craftsmanship. But this year the craftsmanship is ten times better. There will be people who criticize — we cannot keep everyone 100 percent happy, But if the majority of consumers see it in a positive way it’s worth going forward.
Pratik Thakar – Leiter der KI-Abteilunbg bei Coca-Cola
Spannend ist, dass Coca-Cola das Thema nicht versteckt, sondern bewusst kommuniziert. Das Unternehmen positioniert sich als Innovationsmarke, die neue Technologien ausprobiert und gleichzeitig an den emotionalen Kern der vergangenen Werbeclips erinnert. So entsteht eine doppelte Botschaft und Idee: Technik kann berühren, wenn sie mit menschlicher Idee kombiniert wird. Meiner Meinung nach aber ist das im aktuellen Umfeld noch nicht erfüllt und gerade bei emotionalen Kampagnen kann man sicherlich über die Sinnhaftigkeit von KI Einsatz diskutieren. Oft erzeugen KI-Videos nämlich das Gegenteil, vor allem bei emotionalen Botschaften. Das zeigen auch die Social-Media-Kommentare.
KI-Videos sind aber kein Marketing-Experiment mehr. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten, verlangt aber weiterhin Feingefühl, Verantwortung und klare Botschaften.
Weitere Infos rund um KI und wie man solche Videos erkennen kann, habe ich hier zusammengefasst. Ansonsten findest du auf unserer Übersichtseite weitere Infos rund um KI-Videos.
Wie ist eure Meinung? Ist der Clip besser als der des vergangenen Jahres?
Fußnoten
Das Titelbild wurde mit Adobe Firefly KI generiert. Dieser Beitrag wurde auf Basis des Beitrags von 2024 überarbeitet.



